Zum Haupttext

Auswahl der Ausrüstung

Ichigo Sugawara

Es mag offensichtlich sein, aber eine „Kamera” ist ein Werkzeug zum Fotografieren. Genauer gesagt entsteht ein Foto, wenn Licht durch das Objektiv einfällt und ein Bild erzeugt wird, das auf dem Film fixiert wird.

Vor diesem Hintergrund ist uns die „Kamera” seit der Einführung der Digitalkameras vertrauter denn je geworden. Sie ist auch eines der Dinge, ohne die wir heutzutage nicht mehr leben können, nicht wahr?

Wenn ich mir also die „KAMERA“ anschaue, dann ist sie für mich nicht nur ein Werkzeug zum „Fotografieren“, sondern auch ein Werkzeug zum „Sehen“. Zumindest kann man mit einer Kamera Dinge genau beobachten, die man normalerweise übersieht. Das Ergebnis dessen, was man sieht, ruft eine Vielzahl von Gefühlen und Emotionen hervor. Es ist nicht übertrieben zu sagen, dass es eine „Handlung des Fotografen“ ist, etwas zu unternehmen, um das, was man sieht, festzuhalten, egal wie klein es auch sein mag.

Deshalb betrachten wir in Bezug auf das „Objektiv“ zuerst das Objekt, bevor wir uns fragen, ob wir das, was wir in diesem Moment sehen, fotografieren möchten. Dann wählen wir das Objektiv mit dem Winkel, der uns der Impression, die wir in diesem Moment haben, am nächsten bringt. Wenn ich nichts Aussergewöhnliches sehe, ist in meinem Fall das „50mm“, das sogenannte Standardobjektiv, ideal für diese Aufgabe. Wenn wir zum Himmel hinaufschauen, wie wir es alle tun, um die weite Welt um uns herum zu sehen, würde das 28-mm-Objektiv am besten geeignet sein, um uns diesem Gefühl in unserem Inneren anzunähern. Deshalb sind diese beiden Objektive in den meisten Situationen meine bevorzugten Objektive. Wenn etwas Spezifischeres erforderlich ist, wähle ich natürlich das Objektiv mit dem passenden Winkel aus.

Und um dieses „eine Foto” zum Leben zu erwecken, reicht es nicht aus, einfach nur eine direkte Kopie der betreffenden Szene zu machen. Bei Filmkameras muss man sich vor der Aufnahme entscheiden, ob man einen Schwarzweiss- oder einen Farbfilm verwenden möchte, und es gibt eine Vielzahl von Empfindlichkeiten und Herstellern zur Auswahl. Bei Digitalkameras ist von vornherein eine Art Film eingelegt, sodass nur die „Kamera” und das „Objektiv” ausgewählt werden müssen, ohne dass der Film berücksichtigt werden muss.

Seit ich mit der Fotografie begonnen habe, bin ich auch der Überzeugung, dass „ein Abzug ein Foto ausmacht“. Ich glaube, dass dies einen grossen Einfluss auf meine Wahl der Kamera hat. Das gilt nicht nur für das „Standardobjektiv“, sondern auch für die Kamera selbst. Ich wähle eine „Standardkamera“ und achte darauf, dass sie für den von mir gewünschten Filmtyp geeignet ist. Darüber hinaus scheint mir nicht so sehr wichtig zu sein, ob etwas „alt“ oder „neu“ ist, sondern vielmehr das Gefühl von „Wärme“. Mit dieser „Kamera“ in meinen Händen möchte ich ein Bild einfangen, das auch nur ein wenig von dieser Wärme vermittelt.

Ichigo Sugawara

Fotograf

Geboren 1960 in Sapporo, Japan. Nach seinem Abschluss an der Fakultät für Fotografie der Osaka University of Arts studierte er bei Osamu Hayasaki. Begann 1986 als Fotograf in Frankreich zu arbeiten. War in verschiedenen Bereichen tätig, vom Regisseur des Vorspanns bis zum Animationsfilm „Mushishi“ und als Filmregisseur usw.

In sozialen Medien teilen