IMPRESSION
EIN OBJEKTIV, DAS DIE KREATIVITÄT NEU BELEBT
ART
24mm F1.4 DG DN
von Benedict Brain
Ich habe ausschliesslich mit dem SIGMA 24mm F1.4 DG DN | Art und meiner SIGMA fp L gearbeitet und bin gerade auf einer Transatlantikreise von Lissabon (Portugal) nach New York City (USA) gereist, wobei ich unterwegs acht Länder besucht habe. Die Kombination aus Kamera und Objektiv erwies sich als ideale Reisebegleitung. Das SIGMA 24mm F1.4 DG DN | Art ist ein wunderbar vielseitiges Objektiv, mit dem ich mühelos zwischen Aufnahmen von Stadtansichten, Landschaften und Porträts wechseln kann, ohne das Objektiv zu wechseln. Als reisender Fotograf sind Grösse und Gewicht wichtige Faktoren, doch ich habe auch den kompromisslosen Anspruch an die bestmögliche optische Leistung – diese Faktoren gehen nicht immer Hand in Hand, doch das neue SIGMA 24mm F1.4 DG DN | Art bietet beides. Es liefert die Qualität, die ich von einem Objektiv der ART-Serie erwarte, jedoch in einer wunderbar kompakteren Form. Die perfekte Kombination!
Bei meiner persönlichen Arbeit geht es vor allem um das Sehen und Betrachten. Es geht darum, das Gefühl für den Ort, das ich empfinde, achtsam zu erfassen und zu versuchen, dies mit der Sprache der Fotografie auszudrücken. Oft versetze ich mich gerne in einen Ort hinein, bevor ich zu meiner Ausrüstung greife. Ich nutze gerne meine anderen Sinne wie Geruch, Gedanken und Gehör, um mir eine Gesamteindruck zu verschaffen. Die Art dieser Reise brachte es jedoch mit sich, dass die Besuche in den Häfen, Städten und Landschaften unterwegs nur flüchtig waren und ich sie schnell erkunden und meine kreativen Entscheidungen zügig treffen musste. Mich ausschliesslich auf das SIGMA 24mm F1.4 DG DN | Art zu beschränken, war eine interessante kreative Herausforderung, und die Einfachheit meiner Ausrüstung half mir, schnell zu denken, ohne lange nachdenken zu müssen.
24mm ist normalerweise eine breitere Brennweite, als ich für meine Arbeit verwenden würde, wenn ich nur eine Brennweite nutzen würde; ich stellte jedoch bald fest, dass mein kreatives Schaffen durch das etwas breitere Sichtfeld neue Impulse erhielt. Nach relativ kurzer Zeit hatte sich mein Auge daran gewöhnt, wie ein 24-mm-Objektiv zu „sehen“, und schon ging es los. In vielerlei Hinsicht war es befreiend, und ich kann jedem von ganzem Herzen empfehlen, dies in der eigenen Praxis auszuprobieren, um sich Grenzen zu setzen, die wiederum die Kreativität beflügeln können.
Die Brennweite von 24mm gilt oft als die „klassische“ Standardbrennweite für Landschaftsfotografen. Ich fotografiere gerne in der Landschaft, allerdings selten auf die traditionelle Art und Weise, bei der malerische Ausblicke eingefangen werden. Ich gehe die Landschaft dokumentarisch an und lasse mich von Fotografen wie den „New Topographics“ inspirieren. Es macht mir genauso viel Freude – wenn nicht sogar mehr –, Bilder in Buschlandschaften und am Rande städtischer Siedlungen aufzunehmen, und ich fühle mich weniger zu wilden, klassischen Ausblicken hingezogen. Gerne setze ich mich mit meiner Kamera mit der Beziehung des Menschen zur Natur auseinander und erkunde sie. Das SIGMA 24mm F1.4 DG DN | Art erwies sich als perfekt für diesen dokumentarischen Ansatz bei der Arbeit mit der Landschaft.
Neben den städtischen Topografien fotografiere ich auch gerne Porträts von Menschen, denen ich auf meinen Reisen begegne. Man kann wohl mit Fug und Recht sagen, dass ein 24-mm-Objektiv für die meisten Porträtfotografen nicht die erste Wahl ist. Für mich war dies jedoch eine echte Offenbarung, und ich habe es genossen, beim Fotografieren von Menschen mit einer grösseren Brennweite zu arbeiten. Die hervorragende optische Leistung des SIGMA 24mm F1.4 DG DN | Art sorgte dafür, dass keine Verzerrungen auftraten und das Bild von Rand zu Rand gestochen scharf war. Die Motive wurden wunderschön wiedergegeben. Vielleicht noch wichtiger war, dass die Notwendigkeit, näher an meinen Motiven zu arbeiten – bei denen es sich in der Regel um Fremde handelte –, eine intimere Erfahrung schuf, die ein engeres Mass an Interaktion erforderte. Ich habe das Gefühl, dass sich dies in ihren Gesichtsausdrücken widerspiegelt, und ich werde diese grössere Brennweite auch in Zukunft für Strassenporträts nutzen.
* Die Bilder ohne Bilddaten wurden
mit anderen Objektiven als dem SIGMA 24mm F1.4 DG DN | Art aufgenommen.
Die MFL-Funktion zum Fixieren des Fokus war eine wunderbar willkommene Ergänzung. Nachdem ich meine Art des Fokussierens neu angepasst hatte, erwies sie sich als unschätzbares Hilfsmittel. Die Arretierung ist perfekt positioniert und liegt ergonomisch genau unter dem Daumen meiner linken Hand. Bald ging die Bedienung instinktiv und wie von selbst von der Hand. Die einzige Herausforderung besteht darin, dass ich diese Funktion bei einigen meiner anderen Objektive vermissen werde. Eine so einfache, aber innovative Funktion, die meinen Arbeitsablauf bei der Bildaufnahme unglaublich verbessern kann.
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Natürlich hat mich die grösste Blendenöffnung von F1.4 aus vielen schwierigen Situationen bei schlechten Lichtverhältnissen gerettet. Aufgrund der Art meiner Reiseaufträge bin ich oft gezwungen, unter herausfordernden Lichtverhältnissen zu arbeiten. Ich muss auf die vorherrschenden Bedingungen reagieren, und diese sind nicht immer perfekt. Folglich erwies sich der Weitwinkel mit grosser maximaler Blende von F1.4 als mehr als nützlich, und ich konnte Fotos ohne Blitz oder Stativ aufnehmen. Beides eignet sich nicht für schnelles Arbeiten unterwegs.
Die grosse Blendenöffnung dieses atemberaubenden, lichtstarken Festbrennweiten-Objektivs hilft mir nicht nur bei schlechten Lichtverhältnissen, sondern erzeugt auch ein wunderschönes Bokeh. Die unscharfen Bereiche eines Bildes, typischerweise der Hintergrund, sind ein oft übersehenes Merkmal eines Bildes, können jedoch genauso wichtig sein wie das Motiv selbst. Es versteht sich von selbst, dass das SIGMA 24mm F1.4 DG DN | Art – ganz im Einklang mit anderen Objekten der ART-Serie – auch hier überzeugt.
Letztendlich war es die Kombination aus hervorragender optischer Leistung in einem relativ leichten und kompakten Objektiv, die die Arbeit mit dem SIGMA 24mm F1.4 DG DN | Art zu einem solchen Vergnügen machte. In Kombination mit der kleinen, exquisit gestalteten und wunderbar kompakten SIGMA fp L wird es mich zweifellos überallhin begleiten. Die Kombination aus dem hochauflösenden Sensor meiner fp L und der hervorragenden optischen Qualität des neuen ART-Flaggschiff-Objektivs bedeutet, dass ich mit vollstem Vertrauen grossformatige Abzüge in Ausstellungsqualität erstellen kann – und das ist für meine Arbeit von entscheidender Bedeutung.
WEITERE FOTOS
ÜBER
BENEDICT BRAIN
Fotograf / Journalist / Autor
Benedict Brain ist ein in Grossbritannien ansässiger Fotograf, Journalist und Autor. Neben seiner eigenen künstlerischen Arbeit schreibt er über Fotografie und leitet Fotoworkshops sowie Weiterbildungsprogramme. Er ist ein preisgekrönter Journalist und verfasst eine monatliche Kolumne mit dem Titel „The Art of Seeing“. Sein neues Buch „You Will Be Able To Take Great Photos By The End Of This Book“ erscheint im März 2023 bei Octopus. Benedict ist häufig als Jurymitglied bei renommierten Fotowettbewerben zu sehen und gründete 2020 den international gefeierten Wettbewerb „Potato Photographer of the Year“. Benedict reist weltweit als Redner, um über die Kunst und das Handwerk der Fotografie zu sprechen, und ist Vorsitzender des Prüfungsgremiums für die „Licentiate“-Auszeichnungen der Royal Photographic Society.
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