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Spezielles Glas mit geringer Dispersion wird zum Leben erweckt.

Die Entwicklung und Massenproduktion von SLD-Glas (Special Low Dispersion) ermöglichte die Massenproduktion hochwertiger Objektive und war ein Wendepunkt für SIGMAs Grundsatz, „ grossartige Objektive für möglichst viele Menschen“ anzubieten.

Foto: Das „APO-Zoom-Objektiv 70-210mm F3.5-4.5” wurde durch die Massenproduktionstechnologie von SLD-Glas realisiert, die auf dem Know-how von Objektivexperten basiert.

Die Entwicklung des 1986 auf den Markt gebrachten Telefoto-Objektivs APO 70-210mm F3.5-4.5 war ein wichtiger Wendepunkt für SIGMA. Mit seiner starken optischen Leistung, seiner insgesamt hohen Qualität und seiner verbesserten Effizienz verwirklichte es die Politik von SIGMA, möglichst vielen Kunden grossartige Objektive anzubieten.

Es war ein bahnbrechendes Objektiv, auch weil SIGMA den empfohlenen Verkaufspreis trotz der grosszügigen Verwendung von SLD-Glas (Special Low Dispersion), einem Material, das optische Aberrationen reduziert, bei 63.000 Yen (ca. 600 US-Dollar) halten konnte.

SIGMA arbeitete seit Anfang der 1980er Jahre an einem Telefoto-Objektiv mit reduzierten optischen Aberrationen. Zu dieser Zeit war Fluorit das beste Material für diesen Zweck, aber aufgrund der hohen Kosten war es schwierig, Fluorit in anderen Bereichen als in hochwertigen Glas-Objektiven zu verwenden. SIGMA suchte nach einem Ersatzmaterial, das eine Massenproduktion ermöglichen würde, aber trotz aller Bemühungen blieben die Probleme hinsichtlich der Kosteneffizienz bestehen.

Nach unzähligen Experimenten kam SIGMA zu dem Schluss, dass eine gemeinsame Entwicklung mit einem kompetenten Materialhersteller notwendig war, um eine Massenproduktion zu ermöglichen und ein hochwertiges Objektiv zu einem für den Massenmarkt erschwinglichen Preis zu realisieren.

Das 1984 erschienene APO Zoom iota 50-200mm F3.5-4.5 war das erste SIGMA-Produkt, das mit SLD-Glas hergestellt wurde. Die Technologie für die Massenproduktion war noch nicht ausgereift, und SLD-Glas wurde ausschliesslich in High-End-Objektiven verwendet.
Das SLD-Glas wurde durch ELD-Glas (Extraordinary Low Dispersion) und FLD-Glas („F“ Low Dispersion) abgelöst, deren optische Eigenschaften denen von Fluorit sehr ähnlich sind. Diese Materialien ermöglichten es, Hochleistungs-Objektive zu einem erschwinglichen Preis anzubieten.

Die Massenproduktion von SLD-Glas war ein mühsamer Prozess. Aufgrund der Materialeigenschaften des Glases war die Herstellung schwierig und die Materialfehlerquote hoch. Darüber hinaus traten immer wieder schwerwiegende Probleme auf: Form und Abmessungen der Objektive waren bei der Lagerung instabil, es traten häufig Streifen (1) in den Objektiven auf, das Glas zerkratzte während der Polierphase zu leicht, der hohe Abrieb machte es unmöglich, die Bearbeitungsgenauigkeit zu kontrollieren, Temperaturunterschiede führten dazu, dass sich das Glas zu stark ausdehnte und brach, und so weiter ...

Basierend auf dem Prinzip ihres Joint Ventures, von den Technologien und Kenntnissen des jeweils anderen zu profitieren und diese zu verbessern, konnten jedoch dank der Zusammenarbeit zwischen dem Materialhersteller und der Fabrik in Aizu schliesslich alle Probleme nacheinander überwunden werden. Am Ende gelang es uns, einen Fertigungsprozess und eine stabile Materialversorgung zu etablieren. Der Traum von einem serienmässig hergestellten Hochleistungs-Objektiv wurde Wirklichkeit. Es folgte die Entwicklung der APO-Serie (2) mit reichlichem Einsatz von SLD-Glas. Damit war der Grundstein für die Politik von SIGMA gelegt, „Hochleistungsobjektive zu angemessenen Preisen“ anzubieten, wie sie beispielsweise unser Objektiv 150-600mm F5-F6.3 DG OS HSM | Sports / CONTEMPORARY verkörpert.

(1) Eine neblige Streifenbildung im Glas. Streifen entstehen durch eine mangelnde Homogenität des Glases.
(2) Vor der Einführung von SIGMA GLOBAL VISION bedeutete dies jedes Telefoto-Objektiv mit mehr als 2 SLD-Glaselementen.

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